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 Handlungsorientiertes Sprachenlernen: Was den Unterschied ausmacht

 

Handlungsorientiertes Sprachenlernen basiert auf sinnvollen Handlungen, Interaktion und abwechslungsreicher Wiederholung. Auch in vielen traditionellen Sprachkursen sind die Lernenden aktiv. Der Unterschied liegt in der Art dieser Aktivität, in der Vielfalt der Situationen und darin, wie Wissen schrittweise in echte Kommunikationsfähigkeit überführt wird.

 

Aktiv zu sein bedeutet noch nicht, spontan zu kommunizieren

In einem eher traditionellen Sprachkurs wird häufig ein erheblicher Teil der Zeit für Grammatikerklärungen, schriftliche Übungen oder Lückentexte verwendet. Die Lernenden werden ebenfalls zum Sprechen aufgefordert, doch ihre Gespräche bleiben oft stark gelenkt.

Das PPP-Modell – Präsentation, Übung und Produktion kann den Eindruck vermitteln, dass bereits alles gut funktioniert. Nach der Einführung einer neuen Struktur verwenden die Lernenden vorbereitete Sätze oder üben einen vorgegebenen Dialog.

Diese Phase kann sinnvoll sein. Sie garantiert jedoch noch nicht, dass die neue Struktur auch in einem unbekannten, spontanen und nicht vorhersehbaren Gespräch zur Verfügung steht.

Grammatik im handlungsorientierten Sprachenlernen

Ein handlungsorientierter Unterricht lehnt Grammatik nicht ab. Sie bleibt wichtig, um zu verstehen, wie die Sprache funktioniert, und um zunehmend präzise kommunizieren zu können.

Die Regel wird jedoch nicht immer sofort als fertige Formel zum Auswendiglernen vorgegeben. Die Lernenden betrachten Beispiele, vergleichen Strukturen und entdecken selbst, wie die Sprache funktioniert.

Anschließend formulieren sie die Regel mit ihren eigenen Worten, schreiben sie auf und verwenden sie unmittelbar in einer echten Kommunikationssituation.

Wiederholen, ohne wie ein Papagei zu sprechen

Wiederholung ist unverzichtbar, um sprachliche Strukturen im Gedächtnis zu verankern und zu automatisieren. Es reicht jedoch nicht aus, immer wieder denselben Dialog mit einigen ausgetauschten Wörtern zu sprechen.

Deshalb schaffe ich regelmäßig neue Situationen, verteile andere Rollen, gebe zusätzliche Informationen oder stelle ein konkretes Problem, das gelöst werden muss. Die Lernenden müssen zuhören, verstehen, passende Wörter wählen, antworten und reagieren.

Die wichtige Struktur erscheint immer wieder, jedoch in unterschiedlichen Zusammenhängen. Dadurch wird sie schrittweise für eine echte und spontane Interaktion verfügbar.

 

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Eine Sprache zu sprechen reicht nicht aus, um sie unterrichten zu können

Muttersprachler verfügen selbstverständlich über umfangreiche Kenntnisse ihrer Sprache. Eine Sprache zu beherrschen bedeutet jedoch nicht automatisch, den Lernprozess eines anderen Menschen sinnvoll organisieren zu können.

Eine Lehrkraft muss wissen, welche Strukturen wiederholt werden müssen, wann sie erneut aufgegriffen werden sollten, wie Situationen variiert werden und wie Lernende ihre Kenntnisse auf ein neues Gespräch übertragen können.

Diese Kompetenz entwickelt sich durch Ausbildung, Erfahrung, Beobachtung und die Analyse tatsächlicher Lernfortschritte. Die Aufgabe des Lehrers besteht darin, einen Lernweg aufzubauen, der schrittweise zur Selbstständigkeit führt.

Mit diesem Thema beschäftige ich mich ausführlicher in meinem LinkedIn-Artikel

„Native Speaker“ ist keine Qualifikation ,

der auf LinkedIn mehr als 500.000 Aufrufe erreicht hat.